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23.09.2016

Unsere Gebäude: Ein Interview mit Verena Börschmann, CSSB-Bauherrenvertretung und Projektsteuerung

Das Direktorium und die Geschäftsstelle des CSSB bedanken sich herzlich bei Verena Börschmann, die den Bau des Gebäudes seit Februar 2012 betreut hat, für ihre harte Arbeit und das große Engagement für das Projekt. Wir wünschen ihr für ihre neue Aufgabe viel Glück und alles Gute.

Das folgende Interview wurde im May 2016 von der Journalistin Angela Grosse geführt und im "Inaugural Report" des CSSB veröffentlicht:

Was reizt Sie persönlich an diesem Bau und dieser Bauleitung?
Verena Börschmann: Die größte Faszination für mich war, die hohen Ansprüche der Nutzer an die Funktionalität des Gebäudes umzusetzen und zugleich die genauso hohen Ansprüche des Architekten an die Gestaltung des Gebäudes zu realisieren. Das war teilweise nicht einfach. Aber ich finde, wir haben einen guten Weg gefunden, weil wir die Nutzer von Anfang an stark eingebunden haben und daher mit dem Architekten Modifikationen in seinen Gestaltungsideen so abstimmen konnten, so dass die optimale Nutzung möglich und die unverwechselbare Handschrift des Architekten gewahrt ist.

IMAGE: Lars Berg

Welches waren die größten Herausforderungen?
Verena Börschmann: Für mich persönlich war dieser Bau eine Herausforderung, weil ich von der „Bauaufsicht in Gummistiefeln“, die ich vorher ausgeübt habe, in die verantwortliche Position der „projektsteuernden Bauherrenfunktion“ gewechselt bin. Ich bin sehr froh, dass mir als Frau mit zwei Kindern diese Aufgabe übertragen wurde, auch wenn sie nur auf Zeit ist. Aber dieses „Meisterstück“ ist wichtig, damit ich mir neue Aufgabengebiete erschließen kann.

Die nächste Herausforderung bestand darin, dass es sich bei diesem Gebäude um ein Laborgebäude handelt, das vielfältigsten Ansprüchen genügen muss. Ich musste also zunächst einmal verstehen, wie ein Labor funktioniert und was jeder einzelne Wissenschaftler für eine erfolgreiche Forschungstätigkeit benötigt.

Wie viele Gewerke, Handwerker sowie weitere Bauexperten wirk(t)en mit?
Verena Börschmann: Über die ganze Bauzeit betrachtet, waren 70 bis 75 unterschiedliche Gewerke auf dem Bau aktiv. Für jedes dieser Gewerke waren im Schnitt etwa 5 Mitarbeiter tätig, die von einem Bauleiter der Firma betreut wurden. Es werden also rund 400 Menschen hier gearbeitet haben oder noch arbeiten. Hinzu kommt ein Team, das ich aus 25 planenden Büros und Sachverständigen zusammengestellt habe, um die hohen Ansprüche der Nutzer und des planenden Architekten zu realisieren.

Wie koordinieren Sie diese Arbeit?
Verena Börschmann: Alles beginnt mit einer guten Planung, deren Umsetzung laufend kontrolliert wird. Ganz am Anfang habe ich einen Rahmenterminplan aufgestellt, der in groben Schritten die Realisation schilderte. Dieser Plan ist dann von dem Architekten, der mit der Überwachung der Ausführungen beauftragt wurde, in einen Detailplan umgeschrieben worden. In ihm sind alle Leistungen erfasst, also alle Anforderungen an die Arbeit der Planer, beispielsweise wann sie welche Pläne vorlegen müssen; alle Anforderungen an die Arbeit der Verwaltung, beispielsweise wann sie welche Ausschreibungen wo veröffentlichen müssen; und alle Anforderungen an die Gewerke, wann sie beginnen können und fertig sein müssen. Dieser Plan wird ständig daraufhin kontrolliert, ob wir uns im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen bewegen.

Welche Herausforderungen stellen sich noch?
Verena Börschmann: Die Inbetriebnahme wird noch einmal sehr spannend werden. Vier Monate haben wir dafür angesetzt. Ich denke, die brauchen wir auch bis alle Arbeitsplätze eingerichtet sind und alles reibungslos läuft. Allein die Klimatisierung des Gebäudes ist hochkomplex und die Vorschriften für die Sicherheitslabore S2 sind es nicht minder.

Was werden Sie tun, wenn das Gebäude in Betrieb ist?
Verena Börschmann: Ich beobachte das Baugeschehen in und um Hamburg sehr genau. Es stehen in der Stadt viele spannende Projekte an – um eines davon möchte ich mich gerne in verantwortlicher Position kümmern. Wenn ich ‚meinem‘ CSSB zukünftig einen Besuch abstatte, hoffe ich, dass die Forschung dort zum Leben erwacht ist.

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